Die Särge von Barbados (Barb.)

Es gibt zahlreiche Berichte über Särge, die von Geisterhand bewegt wurden; der klassische Fall dieser Art ereignete sich jedoch während des frühen 19. Jahrhunderts auf der Insel Barbados. Hier wurde die Gruft der Familie Chase in den Jahren zwischen 1812 und 1820 regelmäßig von einem Poltergeist gestört.
Sechs Särge, alle aus Blei, die in einer in einen Felsen geschlagenen und versiegelten Gruft standen, wurden nicht weniger als fünfmal in Unordnung gebracht. Der Fall wurde sorgfältig von mehreren Leuten untersucht - unter anderem auch von dem Gouverneur auf Barbados, Lord Combermere. Alle gelangten zu keiner anderen Auffassung als der, dass ein gewalttätiger Geist am Werk gewesen war und die Särge umgekippt und verschoben hatte.
Um das Rätsel zu lösen, führte Lord Combermere 1819 eine strenge Prüfung durch, bei der er eigenhändig die riesige Platte aus blauem Devonshire-Marmor versiegelte, die den Eingang zum Grab schützte und nur von vier Männern bewegt werden konnte. Zuvor hatte man die Särge in einer bestimmten Ordnung aufgestellt und ihre Lage skizziert. Als man im darauf folgenden April Geräusche aus der Gruft hörte, wurde sie schnell geöffnet.
Ein Anblick totaler Unordnung bot sich den zahlreichen Augenzeugen, denn noch einmal lagen die sechs Särge der unglücklichen Familie Chase verstreut in der Gruft. Um weitere Störungen auszuschließen, ordnete Lord Combermere an, die Särge zu entfernen und in Einzelgräbern auf dem Kirchhof zu begraben.
Seit dieser Zeit gab es keine weiteren Zwischenfälle mehr, aber die Legende von den "sich bewegenden Särgen" blieb überall in Westindien berühmt. Die Geschichte wurde in zahllosen Büchern geschildert, auch in „Poltergeist Over England“ (1945) von Harry Price.

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